Ältere Arbeitnehmer – Potential für den Arbeitsmarkt?

Vergangene Woche war ich zu einem Kongress in Stuttgart. Thema: Potentiale älterer Arbeitnehmer. Dr. Andreas Kruse stellte mit seinen Mitarbeitern das Ergebnis des Forschungsprojekts ELMA vor. ELMA heißt “Erhaltung der beruflichen Leistungsfähigkeit und Motivation älterer Arbeitnehmer”. Das Projekt wurde mit dem Institut für Gerontologie Heidelberg und der Robert Bosch GmbH durchgeführt. Das Ergebnis wurde von allen Seiten als positiv dargestellt. Eine perfekte win – win Situation! Freiwillig haben sich Mitarbeiter aus allen Bereichen in ihrer Freizeit am medizinischen, sportlichen und kognitiven Programm  beteiligt. Was sagt uns das? Ein innovatives Vorzeigeunternehmen stellt sich dem demografischen Wandel und fungiert als Vorbild für die Region. Es zeigt auch eine Unternehmenskultur, die ihresgleichen sucht. Denn auch die Führungsebene machte mit; der Vorgesetzte neben dem Arbeiter vom Band. Das Verbindende war das Alter -50 plus! Motiviert bis zur Rente ist die Headline. Meine (erlebte) Realität in kleinen und mittleren Unternehmen sieht so aus: Personalentwickler stehen vor der Aufgabe, Arbeitnehmer ab 50 im Unternehmen “passend” einzusetzen, und haben keine Spielräume und vor allem auch kein Handwerkszeug.  Arbeitnehmer emigrieren in die innere Kündigung, da sie nicht die Wertschätzung erfahren, die ihnen zustehen würde. Und vor allem: beide Gruppen reden nicht miteinander!  Im Gegenteil, die zumeist jungen Personaler meiden das Gespräch aus Angst vor Konfrontation und natürlich auch aufgrund mangelnder Möglichkeiten. An mich wird dann der Wunsch herangetragen, direkt und indirekt, in einem Workshop mit älteren Arbeitnehmern, diese entweder zu engagierten, leistungsfähigen Mitarbeitern zu formen oder sie zum vorzeitigen Ausstieg zu motivieren! Zugegeben, das ist überspitzt, aber im Kern ist die Erwartung vorhanden. Wo steckt die Lösung, bzw. der Ansatz? Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass Unternehmensführung und der Pool der älteren Arbeitnehmer gemeinsam im Gespräch Wege zur Gestaltung einer Lebensphase finden. Transparenz und Offenheit für die jeweiligen Befindlichkeiten sind der Schlüssel zum Gelingen. Das erfordert nicht nur ein Umdenken, sondern auch die Bereitschaft, sich auf einen Prozess einzulassen.

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