Alter(n) fĂĽr Einsteiger

07.04.2010

Ältere Arbeitnehmer - Potential für den Arbeitsmarkt?

von admin in Allgemeines

Vergangene Woche war ich zu einem Kongress in Stuttgart. Thema: Potentiale älterer Arbeitnehmer. Dr. Andreas Kruse stellte mit seinen Mitarbeitern das Ergebnis des Forschungsprojekts ELMA vor. ELMA heiĂźt “Erhaltung der beruflichen Leistungsfähigkeit und Motivation älterer Arbeitnehmer”. Das Projekt wurde mit dem Institut fĂĽr Gerontologie Heidelberg und der Robert Bosch GmbH durchgefĂĽhrt. Das Ergebnis wurde von allen Seiten als positiv dargestellt. Eine perfekte win - win Situation! Freiwillig haben sich Mitarbeiter aus allen Bereichen in ihrer Freizeit am medizinischen, sportlichen und kognitiven Programm  beteiligt. Was sagt uns das? Ein innovatives Vorzeigeunternehmen stellt sich dem demografischen Wandel und fungiert als Vorbild fĂĽr die Region. Es zeigt auch eine Unternehmenskultur, die ihresgleichen sucht. Denn auch die FĂĽhrungsebene machte mit; der Vorgesetzte neben dem Arbeiter vom Band. Das Verbindende war das Alter -50 plus! Motiviert bis zur Rente ist die Headline. Meine (erlebte) Realität in kleinen und mittleren Unternehmen sieht so aus: Personalentwickler stehen vor der Aufgabe, Arbeitnehmer ab 50 im Unternehmen “passend” einzusetzen, und haben keine Spielräume und vor allem auch kein Handwerkszeug.  Arbeitnehmer emigrieren in die innere KĂĽndigung, da sie nicht die Wertschätzung erfahren, die ihnen zustehen wĂĽrde. Und vor allem: beide Gruppen reden nicht miteinander!  Im Gegenteil, die zumeist jungen Personaler meiden das Gespräch aus Angst vor Konfrontation und natĂĽrlich auch aufgrund mangelnder Möglichkeiten. An mich wird dann der Wunsch herangetragen, direkt und indirekt, in einem Workshop mit älteren Arbeitnehmern, diese entweder zu engagierten, leistungsfähigen Mitarbeitern zu formen oder sie zum vorzeitigen Ausstieg zu motivieren! Zugegeben, das ist ĂĽberspitzt, aber im Kern ist die Erwartung vorhanden. Wo steckt die Lösung, bzw. der Ansatz? Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass UnternehmensfĂĽhrung und der Pool der älteren Arbeitnehmer gemeinsam im Gespräch Wege zur Gestaltung einer Lebensphase finden. Transparenz und Offenheit fĂĽr die jeweiligen Befindlichkeiten sind der SchlĂĽssel zum Gelingen. Das erfordert nicht nur ein Umdenken, sondern auch die Bereitschaft, sich auf einen Prozess einzulassen.


11.08.2009

“Das Alter ist im Kopf - nicht im Ausweis”

von admin in Ăśber mich

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Im April des Jahres bin ich 60 geworden. Und als kostbarstes Geburtstagsgeschenk habe ich auch noch eine Enkeltochter bekommen. Also bin ich nun GroĂźmutter. Das passiert mir? Unvorstellbar! Wie erfĂĽhle ich 60 Jahre Lebenszeit? Ich spĂĽre eine magische Grenze, die ich gerade dabei bin zu ĂĽberschreiten. Ich merke eine Veränderung, die sich wohlig anfĂĽhlt: ich werde gelassener. Ich trete einen Schritt zur Seite und sehe mit einem kleinen Lächeln auf all`die so scheinbar unendlich wichtigen Ereignisse und deren Interpreten, die das Leben und die Welt erklären. Neugierig bin ich auf das Neuland Alter, neugierig auf Begegnungen, Erfahrungen, auf mich und meine neue Rolle. Ich muss nicht mehr brillieren und um Aufmerksamkeit buhlen. Ich kenne meinen Marktwert und weiss um meine Fähigkeiten und Talente. Ein gutes GefĂĽhl! Ich mache Angebote und freue mich, wenn diese angenommen werden. Jetzt kann ich weitergeben: Lebenserfahrung, Wissen, Lebensfreude, Mut und Lust am Gestalten.  Eine Teilnehmerin an einem Workshop sagte neulich: “Ich habe so Angst davor, 40 zu werden. Sie machen mir Mut, auch die 60 zu schaffen.” Sich einlassen auf das Leben ist nicht auf Lebensabschnitte und Altersphasen beschränkt; sich einlassen heiĂźt, das Leben annehmen. Ich freue mich darauf, erst recht mit 60. Sie auch? 1922 schrieb Katherine Mansfield: “…. Aber warmes, volles, lebendiges Leben - im Leben verwurzelt sein - lernen, wissen, wollen, fĂĽhlen, denken, handeln. Das ist es, was ich mir wĂĽnsche. Und nichts weniger. Danach muss ich streben.”


14.03.2009

Abwrackprämie für Unternehmen?

von admin in Allgemeines

 VW schafft Verkaufsrekord dank Abwrackprämie heißt eine der Schlagzeilen am 26.02.2009 bei Spiegel online.

Die Autoindustrie erholt sich. Durch die Abwrackprämie entsteht Lust auf Neues. Altes Auto ade - neues Auto impliziert Aufbruch! Mich erinnert diese Aktion fatalerweise an den Tausch älterer Mitarbeiter gegen junge Kräfte. Gerade jetzt, wo die Wirtschaft einen dramatischen Einbruch erlebt, suchen alle Personaler händeringend nach Möglichkeiten, die alten und teuren Arbeitskräfte zu entsorgen. “Personalentwickler befinden sich im Schockzustand” lese ich in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ist es wirklich, betriebswirtschaftlich betrachtet, gewinnbringend auf Erfahrung und Zuverlässigkeit zu verzichten? Wie wäre denn Folgendes? Ă„ltere Mitarbeiter erhalten 2500 € Abwrackprämie fĂĽr die Anpassung ihres Wissens an den neuesten Stand der Forschung, der Technik, der Wissenschaft! Jeder bekommt die Chance auf Fort- und Weiterbildung im Unternehmen. Vermessen? Warum? Genau so wird durch Wertschätzung und Anerkennung eine hohe Identifikation mit dem Betrieb geschaffen, die dann wirklich gewinnbringend wirkt.


14.10.2008

Sehenden Auges alt werden

von admin in Allgemeines, Wissenswertes

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Foto: Esther Haase

“Wenn man sehenden Auges alt wird,  ist es nicht schwer”

ist ein Zitat des Schauspielers Klaus Maria Brandauer, der im Jahr 2004 60 Jahre alt wurde. Sehenden Auges? Bei der Vorbereitung auf einen Vortrag zu diesem Thema fiel mir ein Buch in die Hände, welches ich unbedingt an dieser Stelle empfehlen will, empfehlen muss: “Die Jahre sind mein LebensglĂĽck - Schriftsteller ĂĽber das Alter”, herausgegeben von Petra MĂĽller und Rainer Wieland, erschienen im Verlag von dem Knesebeck GmbH & Co. Verlags KG, MĂĽnchen 2008. Siebzehn berĂĽhmte Schriftsteller erzählen ĂĽber ihr Alter, blicken zurĂĽck und lassen uns teilhaben an ihrer Neugier, ihrer Weisheit, ihrem Humor und dem Scharfsinn ihrer Einsichten zum Thema Alter.
Elias Canetti: “Es mag viele Nachteile haben, alt zu sein. Es hat unvergleichlich größere Vorteile.”
Mir spricht Woody Allan aus der Seele: “Ich will nicht im Herzen meiner Landsleute weiterleben, ich will in meinem Apartment weiterleben.” Allen gemeinsam ist die Neugier, die Lust auf das Leben, die selbst im hohen Alter der Motor fĂĽr jeden gelebten Tag ist. Dieses Annehmen und gleichzeitig Gestalten des Lebensabschnittes, der unser Dasein beschlieĂźt, berĂĽhrt und vermittelt auch GefĂĽhl wie Demut und auch Dankbarkeit fĂĽr Erlebtes. “Ich trage alle meine frĂĽheren Leben in mir” sagt uns George Tabori, der groĂźe, alte, kluge und schöne Mann des Theaters kurz vor seinem Tod. Er sass in seinem Regiestuhl fast bis zu seinem endgĂĽltigen Abschied von der Welt. 
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14.10.2008

„Können Sie sich vorstellen, Ihren Mann ab morgen 24 Stunden um sich zu haben?“

von admin in Allgemeines

Diese Frage gefiel mir. Ich fand sie auf der schweizerischen Website http://www.seniorweb.ch/.  Menschen ab 50 gestalten ein Radio mit dem Namen “Silbergrau”, und die Beiträge beschäftigen sich mit dem Ă„lterwerden. Ich muĂź zugeben, dass mich  so ab und zu diese Frage auch beschäftigt. NatĂĽrlich fällt einem da sofort “Pappa ante Portas”, der Film mit Loriot ein, der in unnachahmlicher Weise den Alltag eines “Neurentners” beschreibt. Der wesentliche Unterschied besteht wohl darin, dass in vielen Ehen die Zeit der treusorgenden Ehe - und Hausfrau vorbei ist. Der Renteneintritt des Ehemannes kann daher nicht zu der Katastrophe fĂĽhren, die durch die Frage impliziert wird. Somit besteht die Herausforderung darin, gemeinsam einen Lebensabschnitt zu gestalten, der neu ist, ungewohnt, spannend und Kreativität verlangt. “Wer mit 60 anfängt ein Hobby zu suchen, wer versucht, seine Zeit zu fĂĽllen, um sich nicht zu langweilen, der hat es schwer!” - sagte mir eine lebendige 85-jährige, die ich interviewte. Das gilt fĂĽr Männer und Frauen gleichermaĂźen. “Weichen mĂĽssen eher gestellt werden”, meinte sie. “Mein Leben lang war ich interessiert an Menschen, an der Politik, engagierte mich in meinem sozialen Umfeld. Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich ‘in Rente’ war. Das Leben hat mich nicht losgelassen!” (mehr…)


14.10.2008

“Vor 20 Jahren waren wir gleich alt …”

von admin in Allgemeines

DER Götz George wird 70!! Die Presse ĂĽberschlug sich - alle Filme, die er je machte, wurden gezeigt. An einem dieser heissen Sommerabende, an denen man erst gegen 24.00 Uhr die Fenster öffnen konnte,  sass auch ich vor dem Fernseher. Christiane Hörbiger und Götz George in “Blatt und BlĂĽte - die Erbschaft”, eine Komödie. Sie spielten ein in die Jahre gekommenes getrenntes Ehepaar, das durch eine Erbschaft wieder verbunden wurde. Eine Szene gegen Ende des Filmes: Sie wehrt seine Umarmung ab. Er daraufhin: “Sei doch froh, wenn dich ĂĽberhaupt noch jemand anfasst!” Sie: ” Vor 20 Jahren waren wir gleichalt!” Witzig, schlagfertig, lässig - tolle Reaktion. Ich glaube, dass die Frauen vor’m Fernseher lachen, ein wenig neidisch, sie hätten gern etwas von dieser Souveränität. Ich glaube auch, dass der Drehbuchschreiber lange an diesem Satz gebastelt hat. Was steckt hinter diesen Worten? Auch im 21. Jahrhundert altern Männer und Frauen medial anders. Ich kenne viele Frauen ĂĽber 60, die wesentliche Lebenszeit mit der Pflege ihrer Falten verbringen und ängstlich darauf bedacht sind, mindestens 10 Jahre jĂĽnger geschätzt zu werden. Wie wohltuend ist es, Menschen zu erleben, die sich mit der WĂĽrde, der Kraft und auch der Schönheit ihrer gelebten Jahre aufeinander einlassen! So geschehen in Andreas Dresens Film “Wolke Neun”. Zart, behutsam, warmherzig und zu keinem Moment peinlich beschreibt er die Liebe zwischen zwei Menschen, die zu den “Alten” zählen.  Welches Wunder geschieht einem da mit siebzig!  

Hier der Link zum Film: www.wolke9.de


24.04.2008

Rente mit 80?

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Der demographische Wandel und der damit verbundene Lernprozess, der plötzlich in Politik und Gesellschaft einsetzt, geben Anlass zu der Entwicklung verschiedenster Modelle, Gedanken und Auseinandersetzungen mit einem Thema, das in unserem Jahrhundert an Bedeutung gewinnt, bzw. in den Mittelpunkt rückt: Das Alter.

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich; bis vor kurzem hatte ich den Eindruck, dass Menschen ab 50 am besten auf eine einsame Insel flĂĽchten, bzw, geschickt werden sollten. Damit wäre ein bedrohliches Problem, nämlich die Ăśberalterung als Schreckgespenst, aus der westlichen Welt entfernt. In der Realität aber geschehen schon seltsame Dinge: Es gibt tatsächlich Unternehmen, die ihre Fachleute aus FrĂĽhverrentung und Vorruhestand (ĂĽbrigens ein Vokabular, welches erst im vergangenen Jahrhundert erfunden wurde) zurĂĽck an den Arbeitsplatz holen. Dass Expertenwissen verschwindet, Ressourcen brach liegen  und Menschen  ihre verbleibende Freizeit bei Karstadt , MediaMarkt und in Shopping Moles verbringen - daran haben wir uns schon gewöhnt. Oder? NatĂĽrlich gibt es auch die Wissenshungrigen, die von der VHS bis zur Uni Plätze und Kurse belegen. Und es gibt die vielen ehrenamtlich Tätigen, die Zeit fĂĽr Alte und Junge, Kranke und BedĂĽrftige verschenken. Aber, dass es tatsächlich Menschen gibt, die ihre Fähigkeiten und das Know How eines erfolgreichen Berufslebens zur Erwerbstätigkeit nutzen wollen und auch dĂĽrfen und daran auch noch Spass und ErfĂĽllung finden - das ist neu. Die  Festlegung des Renteneintritts, die von Bismark zu einer Zeit eingefĂĽhrt wurde, in der kaum jemand das Rentenalter erreichte, ist fĂĽr mein Verständnis fĂĽr mĂĽndige und erwachsene Menschen im Jahr 2008 nicht zeitgemäß und willkĂĽrlich. (mehr…)


20.03.2008

“Alt werden ist nichts fĂĽr Feiglinge”

von admin in Start

heiĂźt es aus verschiedensten Quellen von Bette Davis bis Silvia Bovenschen.

Es ist gelungen!! Heute starte ich mit einem Webblog, der  alle jene ansprechen/anregen will,  die  sehenden Auges älter werden wollen. Fernab von Anti-Aging und Jugendwahn  wünsche ich mir einen regen Austausch über die vielen Facetten, die dieses spannende Thema in sich birgt.


20.03.2008

Umbrüche im Leben – Krise und/oder Chance?

von admin in Wissenswertes

Leitsatz:

„Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen …“   
Cicero, römischer Politiker, Anwalt und Philosoph, berühmtester Redner Roms im Jahr 63 vor Chr.

Was bezeichnet man als Umbruch?
Synonyme sind: Umwälzung, Übergang, Wandel - aber auch Unwägbarkeiten, Lebensaufgaben - das Leben an sich!
„Sehenden Auges“ leben heißt, Umbrüche als Veränderungen und Entwicklungen zu sehen.
Die verschiedenen Abschnitte im Leben, wie
Geburt - Kindheit - Jugend - Ausbildung - Beruf/Familie - Rente/Pension – Tod
sind immer Abschiede und Neubeginn, siehe „Stufen“ von Herrmann Hesse:
„Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and’re, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“
Eine Umbruchsituation ist  immer ein Umschlagspunkt, an dem sich entscheidet, wie das Leben weiter geht. Sieht man einen Umbruch als eine Krise, so stellen sich die Fragen: (mehr…)